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Teilprojekt 11:
Semantische Auswertung

Das Teilprojekt "Semantische Auswertung für die Übersetzung" ist für alle Inferenzprozesse zuständig, die bei der Übertragung einer ausgangssprachlichen semantischen Repräsentation in eine entsprechende (d.h. unter den gegebenen Kontextbedingungen übersetzungsäquivalente) zielsprachliche semantische Repräsentation notwendig sind. Inferenz wird dabei in einem sehr weiten Sinne verstanden, der nicht nur logische Inferenzen, sondern auch verschiedene Arten von heuristischen Verfahren einschließt. Die Aufgabe dieser Komponente besteht im wesentlichen darin, die von der Semantikkonstruktion gelieferten, mehr oder weniger spezifizierten Ausdrücke der semantischen Repräsentation ausgangssprachlicher Einheiten so weit einer zusätzlichen Analyse (Desambiguierung) zu unterziehen, wie es für die Anwendung von Regeln der Transferkomponente erforderlich ist. Dazu ist es zunächst ein-mal notwendig, die relevanten Teilphänomene (referentielle, strukturelle und lexikalische Ambiguitäten, die zu Übersetzungsproblemen führen) mit den Kriterien zu ihrer Desambiguierung zu beschreiben. Dann müssen geeignete Desambiguierungsverfahren im Sinne von speziellen Theorembeweisern oder heuristischen Verfahren zur Evaluierung von Interpretationshypothesen bezüglich dieser Teilphänomene entwickelt werden. Wir sprechen hier von der Erstellung und Bewertung lokaler Interpretationshypothesen. Da die Bewertungen verschiedener lokaler Hypothesen einander beeinflussen können, müssen Kriterien und Verfahren für konsistente globale Interpretationshypothesen entwickelt werden. (z.B. für lexikalisch mehrdeutige Nominalgruppen mit referentiell mehrdeutigen Possessivpronomen). In diesem Bereich gibt es kaum Vorarbeiten; es ist also mit einem erheblichen Aufwand zu rechnen.
Da davon auszugehen ist, daß in vielen Fällen nicht genügend Information beschafft werden kann, um zu wirklich gut gestützten lokalen oder globalen Interpretationshypothesen zu kommen, oder daß der Aufwand der Informationsbeschaffung im Vergleich zu den Realzeitanforderungen von Verbmobil zu hoch ist, müssen für diese Fälle verschiedene Strategien (von üblichen Defaultstrategien bis hin zur Einleitung von Klärungsdialogen durch die Dialogkomponente) erarbeitet werden.
Für die meisten Desambiguierungsaufgaben ist auch Information notwendig, die sich nicht allein aus einer akustisch/linguistischen Analyse des betrachteten ausgangssprachlichen Elements ableiten läßt, sondern als zusätzliches Domainwissen verfügbar sein muß. Hier sind Ansätze der Wissensrepräsentation vergleichend zu untersuchen, für die Erfordernisse von Verbmobil zu erweitern und anzupassen und dann auf die für Verbmobil gewählte Domäne anzuwenden. Die Ausprägung des Wissensrepräsentationsformalismus und die Domainmodellierung müssen direkt auf die Desambiguierungsanforderungen zugeschnitten sein, um eine hinreichende Effizienz zu gewähr-leisten.
Gemäß den o.g. Ausführungen zerfällt das Teilprojekt "Semantische Auswertung für die Übersetzung" in folgende Arbeitspakete:
- Kriterien für "lokale Interpretationshypothesen Deutsch",
- Kriterien für "lokale Interpretationshypothesen Japanisch"
- "Verfahren für lokale Hypothesen",
- "Koordination von lokalen Hypothesen",
- Kriterien für "globale Interpretationshypothesen Deutsch", (Hierher würden systematisch die Kriterien für globale Interpretationshypothesen Japanisch gehö-ren - das Japanische wird aber zeitlich so verschoben, daß es erst nach dem Demonstrator beginnt; daher werden die globalen Interpretationshypothesen zum Japanischen erst ab 1997 erarbeitet)
- "Verfahren für globale Hypothesen",
- "Defaultstrategien/Hypothesenrevision",
- "Evaluation von Wissensrepräsentationssystemen",
- "Modifikation des Wissensrepräsentationssystems" und
- "Domainmodellierung".

Es wurden hier keine sepataten Arbeitspakete zu speziellen Phänomenbereichen (wie Anaphernresolution, Tempus und Aspekt, usw.) vorgesehen, sondern deren Bearbeitung in den Arbeitspaketen "lokale Interpretationshypothesen Deutsch", "lokale Interpretationshypothesen Japanisch" integriert, weil erstens noch nicht feststeht, welche Phänomene in dem Verbmobil-Fragment überhaupt vorkommen und übersetzungsrelevant sind, und weil zweitens eine möglichst einheitliche Beschreibung ange-strebt wird, um so eine möglichst gute Grundlage für die Erstellung von konsistenten globalen Hypothesen zu schaffen. Aus der obigen Beschreibung dürfte klar geworden sein, daß das Teilprojekt "Semantische Auswertung für die Übersetzung" aufs engste mit den Teilprojekten "Semantische Konstruktion", "Transfer" und "Dialog" verzahnt werden muß. Darüber hinaus bestehen enge Beziehungen zu "Architektur" und zu "Szenarienforschung".

Aus der obigen Beschreibung ergibt sich, dass das Teilprojekt "Semantische Auswertung für die Übersetzung" aufs engste mit den Teilprojekten "Semantische Konstruktion", "Transfer" und "Dialog" verzahnt werden muß. Darüberhinaus bestehen enge Beziehungen zu "Architektur" und zu "Szenarienforschung".

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