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Teilprojekt 12: Transfer

Das Teilprojekt "Transfer" stellt Forschungsergebnisse und Beispielimplementierungen zu kontrastiven Problemen in Verbmobil zur Verfügung. Im Rahmen dieses Teilprojekts werden Fragen der kontrastiven Beschreibung für die Übersetzung aus linguistischer und übersetzungswissenschaftlicher Sicht bearbeitet, im Basisformalismus und gegebenenfalls in weiteren, mit dem Basisformalismus in geeigneter Weise verbundenen Repräsentationen modelliert und im Rahmen Forschungsprototyp exemplarisch in Implementierungen behandelt.

Das Teilprojekt besteht aus folgenden Arbeitspaketen:

Dabei ist das erste Arbeitspaket ("kontrastive Phänomene") zur Bereitstellung der Materialbasis und der notwendigen linguistischen Beschreibungen für allgemeine Fälle notwendig: es hat sozusa-gen "Infrastruktur-Funktion". Die beiden darauffolgenden Arbeitspakete, vor allem das dritte ("Wissensquellen"), haben eher den Charakter von Entwicklungsarbeiten, während die letzten drei Arbeitspakete (grundlagen-)forschungsorientiert sind.
Die Arbeiten sind in zwei Stufen organisiert: zunächst wird deskriptive Grundlagenarbeit geleistet, sowie die Einbindung der zwei- oder mehrsprachigen Komponenten in die Systemarchitektur von Verbmobil und damit der Zusammenhang der kontrastiven Komponenten mit dem Gesamtsystem un-tersucht. Dabei sind verschiedene, alternative Architekturen denkbar, die ggf. parallel anhand der Verbmobil-Aufgabenstellung untersucht und hinsichtlich ihrer Einsatzfähigkeit überprüft werden könnten (z.B. ist der trade-off zwischen der angestrebten "Analysetiefe", der Benutzung von Ergebnissen aus der Semantikkonstruktion für die Übersetzung und den Transferstatements zu klären: die Entscheidung hat Einfluß auf die Systemarchitektur; ebenso sind verschiedene Modelle zur Repräsentation des Transferlexikons zu untersuchen).
Im zweiten Schritt werden Phänomene behandelt und Übersetzungs-"strategien" untersucht, die Problemfälle der Übersetzung, wie z.B. "translation mismatches" betreffen, bzw. Fälle wo Informationen von größeren Texteinheiten als dem Satz zur Übersetzung notwendig sind, oder wo "ambiguitätserhaltend" übersetzt werden soll (ambige quellsprachliche Eingaben sollen, soweit möglich, durch gleichartige ambige zielsprachliche Sätze wiedergegeben werden). Zur Behandlung solcher Fälle ist zunächst eine detaillierte monolinguale und kontrastive Beschreibung notwendig, die zeigt, welche Typen linguistischer oder extralinguistischer Information für die Behandlung der translation mismatches nötig sind und mit welchen Prozessen (z.B. Inferenzen über Repräsentationen von Teiltexten, über die temporale, räumliche, etc. Struktur der im Text beschriebenen Sachverhalte, etc.) diese Information verfügbar gemacht werden kann. Daneben geht es in dieser Phase aber auch um übersetzungs- bzw. dolmetschspezifisches Metawissen, das die Kontrolle über die Anwendung von linguistischer Information im Übersetzungsprozeß steuert; dies schließt auch Strategien oder Heuristiken ein, die es erlauben, Übersetungsresultate auf der Basis von "partiellem" Wissen zu erhalten (z.B. wenn nicht alle idealerweise zur Übersetzung notwendige Information verfügbar ist). Ebenso ist Metawissen nötig, um die Äquivalentwahl zu steuern.
Der Einteilung der Forschungsarbeiten in zwei Phasen entspricht die Einteilung des Aufbaus der Wissensquellen für den Transfer in zwei Stufen. Die erste Stufe, zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Demonstrators abgeschlossen, soll die Strukturierung der kontrastiven Wissensquellen illustrieren und ein Teilfragment des Verbmobil-Fragments (ohne translation mismatches) abdecken. Es soll aus-schließlich mit den Mitteln des Basisformalismus erstellt werden. In der zweiten Stufe wird die-ses Fragment ausgeweitet, um Ergebnisse aus den Forschungsarbeiten zu translation mismatches, kon-tex-tuellen Constraints, etc. erweitert und hinsichtlich seiner Abdeckung an die Definition aus dem Szenario angenähert. Dabei wird es notwendig, die Interaktion zwischen Transferstatements im Basisformalismus und anderen Beschreibungen und deren Wissensquellen zu modellieren.

Die Arbeiten zum Transfer sind in sehr starken Maße auf die Ergebnisse von Arbeiten zur monolingualen Beschreibung (Syntax, Semantik, Diskurs, Lexikon) angewiesen. Damit Transferrelationen formuliert werden können, müssen die einsprachigen Beschreibungen in dem Sinne adäquat sein, daß sie ausschließlich eine Menge wohlgeformter linguistischer Objekte beschreiben. Dies wird dadurch erreicht, daß die Klassifizierung der linguistischen Objekte auf jeder linguistischen Beschreibungsebene hinreichend feinkörnig ist und für jede Ebene Wohlgeformtheitsbedingungen formuliert sind. Anderenfalls könnte nicht verhindert werden, daß im Transfer gegenüber der Quellstruktur "unkontrollierbar" Information modifiziert wird.

Nähere Informationen:


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